Der Freskenhof

Fresken über dem Eingang - der Jünger Johannes als Evangelist, Maria Immaculata und die heilige Ottilie in Medaillonrahmen

ein Baudenkmal mit überregionaler Bedeutung

Eine Marmortafel, eingelassen in die Fassade, gibt erste Hinweise auf die Geschichte des Freskenhofes: "Ehemaliger Wohnsitz der russischen Kaufleute Joseph + Fany Eleonora Dichtl, geb. Chanard aus Moskau gest. 1789, Communitatis Eglfingensis magni Benefactores".

Die Geschichte des Freskenhofes geht zurück ins 18. Jahrhundert, als "Kraxenträger" (Händler, die ihre Ware auf dem Rücken trugen) von der Murnauer Gegend aus durch ganz Europa reisten, um Besonderheiten aus der Staffelseeregion zu verkaufen: die berühmten Hinterglasmalereien und Holzschnitzereien.

Ein besonders talentierter Händler unter den Kraxenträgern war Joseph Dichtl, der in Sankt Petersburg und Moskau sogar Filialen schuf für die bayerische Ware. Obendrein wurde Dichtl von der Zarin zu ihrem Grossbankier ernannt.

So schön seine russischen Zeiten auch gewesen sein mögen: Im Alter zog es Joseph Dichtl zurück in die Heimat. Er baute für sich und seine Frau Eleonora ein Haus in seinem Geburtsort Eglfing.

1970 erwarben die Restauratoren Toni und Renate Mack kurzentschlossen und ein paar Tage vor dem drohenden Abbruch den Freskenhof. Eigentlich waren sie nur auf der Suche nach ein paar alten Kacheln und bemalten Türen gewesen, doch dann war es wohl Liebe auf den ersten Blick zu dem verwahrlosten Abbruchhaus mit der verwitterten Fassadenmalerei, dem grosszügigen Treppenhaus, den breiten Fluren und den hohen Räumen mit den Stuckdecken.

Seither hat Familie Mack - auch Sohn Christian ist Dipl.-Restaurator - viel Geld und viele tausend Stunden an eigener Leistung in den Freskenhof investiert, trotz der Schwierigkeiten ausgerechnet mit der Denkmalschutzbehörde, die - streng nach Norm - keine individuelle Lösung zulassen wollte.

Um die wertvollen Wandmalereien retten zu können, ersannen die leidenschaftlichen Restauratoren sogar ein neues Verfahren zur Festigung der bedrohten Malschicht.

Und es hat sich gelohnt: Der Freskenhof prägt als stolzer Bau Obereglfing! Alte Werte konnten durch das Engagement der Familie Mack, unterstützt vom 1980 gegründeten Verein zur vorbildgebenden Erhaltung des Freskenhofs (Denkmalpflege Modell Freskenhof, DMF e.V.), dem Dorf erhalten bleiben. Es wäre auch sehr schade gewesen um dieses Haus, das so viele Geschichten zu erzählen hat und durch seine rührigen Bewohner nun zu neuen Ehren gelangen konnte.

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Kontakt

Toni und Renate Mack Christian und Margot Mack
Freskenhof, Hauptstr. 12
82436 Eglfing

www.freskenhof.de

kostenlose Beratung und Information zu Fragen der Kunst-, Kultur- und Denkmalpflege:

DMF e.V.
Denkmalpflege Modell Freskenhof e.V.
Hauptstr. 12,
82436 Ober-Eglfing
Mo.-Sa., 8°°-12°°, 14°°-18°°

Tel. 08847-315
Fax 08847-254
www.denkmalpflege-freskenhof.de

E-Mail:
dmf@freskenhof.de

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Der Freskenhof steht jedem Interessierten - auf Anfrage - zur Besichtigung offen. Der gemeinnutzdienstllich anerkannte Förderverein des Hauses DMF e.V. (Denkmalpflege Modell Freskenhof) bietet Interessierten und Ratsuchenden zu Fragen der Kunst-, Kultur- und Denkmalpflege kostenlose Beratung.

Im Freskenhof entsteht derzeit eine Begegnungs- und Informationsstätte für Fragen zu Kunst, Kultur und Denkmalpflege mit umfangreicher Fachbibliothek.

Chronik

Die Dichtls waren wohltätig zu Eglfing: Sie spendeten Geld für einen Pfarrhof und ein Schulhaus.

Joseph Dichtl

Eleonora Dichtl hinterliess eine Stifung, aus deren Fonds die Ausbildung Eglfinger Jugendlicher bezahlt werden konnte. Bis 1945 reichte der Ertrag hierfür.

der breite, bildergeschmückte Flur im Obergeschoss